Griechenland (Kykladen) - von Lavrion bis Lavrion

Serifos, Paros, Syros, Kythnos, Kea    (31.05. - 07.06.2003)

Gebürtigen Ostwestfalen wird nachgesagt, gern zu verreisen und sich die Welt anzusehen. Nicht verbrieft ist allerdings, dass dies unbedingt per Flugzeug von Düsseldorf aus geschehen muss. Dieser Einsicht können wir uns nur anschließen, denn eine Anreise zum Airport ab morgens um 03:00 h ist erweist sich als wirklicher Nachteil. Leider aber war der günstigste Samstagsflug nach Athen (Alitalia 07:05 h) für 298,- Euro nur ab Düsseldorf zu haben und so haben wir in den sauren Apfel gebissen und nicht nur die weite Anreise in Kauf genommen, sondern, wie im Falle eines Segelfreundes, auch ein Vermögen an Parkgebühren (ich mag die Summe gar nicht nennen!) verballert..

Die Flüge von Düsseldorf nach Mailand und von Mailand weiter nach Athen selbst erweisen sich als völlig in Ordnung, auch wenn der eine oder andere bemängelt, dass es immer nur ‚Frühstück‘ (Brötchen mit etwas Aufschnitt und ein Stück Kuchen) zu essen gibt. Wir erreichen Athen gegen 14:30 h können dieses mal auch sofort unsere Koffer entgegennehmen und werden von unserem Vercharterer ‚ARGOLIS‘ mit einem neuen klimatisierten Shuttlebus vom Flughafen abgeholt. Einfach schön!. Für die Fahrt vom Flughafen nach Lavrion werden uns pro Person 10,-- Euro in Rechnung gestellt. Das ist fair. Auf der Fahrt nach Lavrion erfahren wir von Leo, dass in der Ägäis heute Windgeschwindigkeiten um 8 Bft. herrschen. Unseren ursprünglichen Plan, Lavrion nach der Schiffsübernahme noch am gleichen Abend zu verlassen, verwerfen wir daher noch im Bus.

Abb. oben: Der Wohnwagen von ARGOLIS in Lavrion. Von hier erfolgt u.a. auch der Flughafen-Transfer für 10,-- € pro Person.

Am nächsten morgen holt uns einer unserer ‚Praktikanten‘ um 06:00 h Ortszeit aus den Kojen. Entgegen jeder Vermutung bleibt dies für ihn ohne nennenswerte schmerzhafte Konsequenz. Im Gegenteil. Nach einem gemütlichen Frühstück wird das Schiff aufgeklart und bereits um 07:30 h heißt es: Leinen los! Der Tag beginnt vielversprechend. Eine für den griechischen Sommer ungewöhnlich kühle Brise aus nördlichen Richtungen bei leichter See sollte uns eigentlich gut voranbringen. Bis wir die Segel setzen fahren wir allerdings noch ein paar Seemeilen unter Motor. Erst auf Höhe der Südspitze von Makronisi heißen wir die Segel und steuern mit achterlichem Wind Serifos an. Der Kurs bedingt ein leicht ‚rollendes‘ Schiff, was -wie wir bald bemerken- im Einzelfall negative Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem haben kann. Der Verzehr von Fisch kommt für die Crew in den nächsten zwei Tage aus bestimmten Gründen nicht in Betracht. 

Abb. rechts: Unsere ‘ARGOLIS’, eine Feeling 486 Bj. 1995, die 2003 ihre letzten Fahrten als Charteryacht unternimmt. Sie wird ausgemustert.

Abb. oben: Die Liegeplätze des Vercharterers ARGOLIS im Yachthafen von Lavrion

Unser Skipper hat auf der Hanseboot eine Feeling 486 aus dem Jahre 1995 (4-Kabinen-Version) gechartert. Wir sind natürlich gespannt auf den Zustand dieses eigentlich recht alten Charterbootes, sind aber dann wirklich positiv überrascht. Das Schiff, die ‘ARGOLIS’ verfügt sogar über einen Kartenplotter und einen Autopiloten. Gravierende Mängel können wir weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick feststellen. Auch die Schiffsübergabe durch den Vercharterer erfolgt wie immer sehr professionell. Während der Schiffsübernahme geht die restliche Crew im Supermarkt einkaufen. Wir entscheiden uns für den Supermarkt ganz am östlichen Ende der Hauptstrasse in Lavrion, da dieser ganz erheblich preisgünstiger ist als der Supermarkt in der Nähe der Yachthafens. Dafür müssen wir für den Rücktransport per Taxi noch 2 Euro berappen. Gut angelegtes Geld! Daneben kaufen wir in der Nähe des Yachthafens auch einige Tüten Eiswürfel für unseren Kühlschrank.

Nach einem üppigen Abendessen in Lavrion –es gab u.a. auch ein gekühltes Löwenbräu vom Fass- geht’s zeitig zurück zum Schiff. Wir beschließen, am kommenden Morgen schon sehr früh auszulaufen. Ziel ist Livadi auf Serifos.

Nach 47 Seemeilen haben wir es dann geschafft. Wir machen im Hafen von Livadi auf Serifos fest. Das Anlegemanöver klappt (Anker hält im 2. Versuch) und wir trinken gerade unser Anlegebier, als eine vielköpfige Crew (Engländer?) mehrere ähnliche Versuche auf der anderen Seite der Pier startet. Allerdings hält deren Anker trotz etlicher Versuche nicht. Während der offenbar mitgechartete Skipper sein Möglichstes versucht, sein Schiff vor einer Kollision mit den bereits vor Anker liegenden anderen Booten zu bewahren, eröffnet die Crew bereits das kalte Buffet. Furchtbar! Als die Mannschaft nach weiteren Fehlversuchen auf unserer Seite der Pier endlich ihren Ankern in der offenen Bucht ausbringt und dieser hält, geht ein Seufzer der Erleichterung durch den Hafen.

Kurz darauf suchen wir uns ein kleines Restaurant mit Sitzplätzen direkt am Wasser und essen erst einmal etwas. Ein Segelfreund will seinen angegriffenen Magen schonen und wählt einen Salat. Die anderen wählen Tzaziki, Saganaki und Souflaki und natürlich ein Amstel. Alles sehr lecker und für insgesamt rd. 40 Euro noch recht preiswert.

Abb. oben: Einer der malerischsten Häfen in den Kykladen: Livadi auf Serifos. Eigentlich sollte man einmal die Chora besucht haben. Oft bleibt es aber beim gemütlichen Essen direkt am Wasser (rechts).

Abends suchen wir bei Cuba Libre und Whisky/Cola nach neuen Konzepten, die uns ein Leben im Wohlstand garantieren sollen. Ohne abschließendes Ergebnis gehen wir zu Bett und werden, oh Wunder, am nächsten Morgen ohne den üblichen Weckdienst wieder gegen 06:00 h wach. Mit ofenfrischem Brot, O-Saft, Cappucino und den üblichen Wurstspezialitäten genießen wir das Frühstück. Anschließend stehen wir vor der Frage‚wohin wir denn wohl fahren wollen. Zur Auswahl stehen Milos oder Paros. Nach kurzer Diskussion wird Milos verworfen und Paros, die ‚Perle der Kykladen‘ angesteuert. Als wir wieder gegen 07:30 h den Anker lichten, regt sich kaum ein Lüftchen und das Meer liegt tintenblau und spiegelglatt vor uns. Ans Segeln ist natürlich nicht zu denken und so tuckern wir unter Motor mit 7,7 Knoten (8 Kn. Über Grund) Richtung Paros. Obwohl wir Paros bereits gegen

 13:00 h erreichen haben wir letztendlich noch Glück und bekommen den letzten Liegeplatz an der Innenseite der Pier in Parikia . Auch hier klappt das Ankermanöver reibungslos. Nach dem Anlegebier wollen wir uns wieder bei unserer Bekannten aus Australien (Dee) einen Roller mieten und nach Colybithres fahren, um dort zu baden. Wir sind kaum auf dem Hof des Roller-Vermieters angekommen, taucht überraschend Karin auf (‚ich habe nur eure roten Kappen gesehen‘) und erzählt uns, dass auch ihre Freundin Jolande wieder auf der Insel ist. Wir verabreden uns um 20:00 h wieder im ‚EVINOS‘. Danach werden die Motorroller gemietet. Wir machen uns etwas Sorgen, als die Vermieterin uns fragt, ob wir nicht letztes Jahr auch Roller gemietet hätten. Irgendwie könne sie sich an uns erinnern.(Wir hatten seinerzeit einen Roller beschädigt, der Vermieter verlangte daraufhin unverschämt viel Geld für die Reparatur, nach langer Diskussion einigten wir uns auf einen Kompromiss).. Auch der lapidare Einwand, eigentlich seien wir jedes Jahr auf Paros, konnte ihr Erinnerungsvermögen allerdings nur kurzfristig trüben.

Abb. oben: Unsere Freunde auf Paros: Karin und Yolande. Gute Laune ist garantiert.

 Dennoch erhielten wir die Roller und fuhren Richtung Naoussa. Kurz vor Naoussa biegen wir links ab nach Colybithres, wo wir an einem recht schönen und mit skurrilen Steinskulpturen übersähten Strand eine Runde schwimmen. Ein Segelfreund hatte Pech beim Packen seiner Sachen und hat irrtümlich die Bikinihose seiner Großmutter eingepackt. Zumindest sieht die Badehose so ähnlich aus. Gut, dass uns hier niemand kennt! Nach dem Bad setzen wir uns noch in die günstig liegende kleine Taverne und trinken eine Kleinigkeit. Dort fällt uns ein Mann (Engländer?) auf, der ‚blitzeblau‘ abwechselt nur sein Bier und uns anstarrt. Ab und zu redet er auf sein Bier ein. Drei Wochen auf Paros sind wirklich nichts für jedermann! Als er das nächste mal zu uns herüberstarrt, kontern wir mit ‚Don’t natter me!‘. Bald darauf geht es weiter in Richtung des kleinen Bergdorfes Lefkes. Den dortigen kleinen zentrales Platz halten einige von uns für den schönsten und ruhigsten Flecken auf Paros. Da ist wirklich etwas dran. Wir trinken dort noch ein kleines Bier (Kommentar: „Der Eistee schmeckt aber komisch hier!“), erinnern uns an das letzte Jahr, wo es zu einem ‚Brüller-Attentat‘ auf die Kanalisation von Lefkes kam (ObF) bevor wir nach Parikia zurückkehren und die Motorroller zurückgeben.

Inzwischen kann sich auch die Vermieterin wieder sehr genau an uns erinnern („Ihr hattet letztes Jahr doch die schwarzen Motorroller gemietet ...“). Macht aber alles nichts mehr. Wir verabschieden uns bis zum nächsten Jahr und gehen zurück an Bord, wo wir uns frisch machen für den Abend. Gegen 20:00 h treffen wir im ‚EVINOS‘ ein, wo man einfach herrlich sitzt. Bald daruf treffen auch Karin und Jolande ein. Wir haben viel Spaß, erfahren, dass ein anderer Bekannter von uns, Alfons vom ‚Marina Internet Cafe‘ den Laden abgegeben hat und nur noch aus Spaß den Sommer auf Paros verbringt. Man trifft ihn jeden Tag gegen 17:00 h im ‚Meltemi‘an der Strandpromenade. Ein schönes Leben!

Ein paar Rigo’s später ereilt uns ein kleiner Appetit und wir gehen wieder zu ‚Christos‘ direkt an der Uferpromenade. Dort treffen wir James, einen Australier, der als Hochseefischer in Norwegen arbeitet und seinen Jahresurlaub auf Paros in einem Superhaus mit Pool verbringt. Er lädt uns zu einer seiner angeblich legendären Partys vom 28.06. –05.07.03 !! ein. Da müssen wir aber leider passen! Karin erzählt uns, dass in Parikia inzwischen auch ein super Mexicaner aufgemacht hat. Angeblich macht der auch ein paar astreine Caipirinas. Als wir uns etwas später am Abend noch aufmachen, dieser Sache auf den Grund zu gehen, finden wir ein bereits geschlossenes Restaurant vor. Schade! Dann aber im nächsten Jahr! Gegen 03:00 h erreichen wir mit letzter Kraft unser Schiff und gehen nach kurzer Nachbesprechung gegen 05:00 h schlafen.

Abb. oben: Entspannung in Finikas auf Syros.

Abb. oben: Lesen, Baden, Plaudern. Einfach mal die ‘Seele baumeln lassen’.

Inzwischen hat sich auch etwas Appetit eingestellt und es gibt einen mittäglichen Klassiker: ‚Nudeln mit Tomatensauce‘. Die Nudeln werden in einem Gemisch von Trink- und Meerwasser (50/50) gekocht und sind salziger als man allgemein erwartet. Bei einem eiskalten Amstel und einer traumhaft schönen Umgebung fällt so eine negative Begleiterscheinung allerdings nicht ins Gewicht. Wir verbringen einen wunderschönen Bade- und Lesetag oder machen Ausflüge mit unserem kleinen Beiboot.

Am nächsten morgen stehen wir erst gegen 08:00 h auf und frühstücken anschließend noch in aller Ruhe. Erst gegen 11:20 h verlassen wir Paros. Dennoch wirkt die Mannschaft einfach nicht richtig frisch. Ein Segelfreund quält sich mit schwerem Schädelweh („wahrscheinlich habe ich beim Rollerfahren zuviel Zug gekriegt...“ -wer’s glaubt!-) über den Tag. Die noch im Hafen von Parikia vermutete frische Brise stellt sich auf dem Weg nach Finikas auf Syros lediglich als ein laues Lüftchen heraus. Im Laufe des Vormittages schläft der Wind beinahe völlig ein und die See liegt wie Öl vor uns. So tuckern wir gemütlich Richtung Syros, wobei sich der größte Teil der Crew ebenfalls zur Ruhe legt. Gegen 15:00 h kreuzt ein Rahsegler, die ‚Sea-Cloud‘, unseren Weg. Schön anzusehen.

Das Anlegemanöver in Finikas klappt reibungslos, das Anlegebier schmeckt schon wieder und die Mannschaft genießt den Luxus einer warmen Dusche im Hafen. Die Toilettenanlage wurde -endlich- wieder ‚in Schuss‘ gebracht und ist somit auch gefahrlos benutztbar. Das Duschen läßt sich der Hafenmeister allerdings tüchtig bezahlen. Er nimmt pro Person 3 !! Euro. Die Hafengebühr ist vergleichsweise günstig. Nach genauester Prüfung aller Dokumente und Unterlagen durch den Hafenmeister (20 Minuten) werden uns 1,05 Euro !! in Rechnung gestellt. Die spinnen, die Griechen!

Abends gehen wir in die Hafentaverne ‚ACAPULCO‘ und lassen es uns bei einem herrlichen Blick auf den Hafen gut gehen. Das Essen ist wieder einmal prima (insbesondere der Thunfischsalat ist wirklich empfehlenswert!) und auch der Wein ist vollkommen ok. Nach einem Absacker an Bord geht es gegen 11:00 h in die Kojen.

Ohne den üblichen Weckdienst federt die gesamte Mannschaft der ‚ARGOLIS‘ am folgenden morgen noch vor 6:00 h !! aus den Kojen. Nach dem üppigen Frühstück wird von einem unserer ‚Praktikanten‘ („in Sichtweite einer möglichen Beförderung zum Leichtmatrosen“) noch das Deck geschrubbt, bevor wir gegen 07:25 h die Leinen loswerfen, um Richtung Kythnos zu segeln.

Dort erreichen wir eine phantastische Badebucht südlich des Ortes Loutra, wo wir gegen 12:20 h zunächst den Anker werfen. Unser Skipper konnte sich allerdings noch daran erinnern, dass noch im letzten Jahr Mooringleinen vorhanden waren. Nach kurzer Suche und einem nötigen Tauchgang wird die Mooringleine hinaufgeholt und unser Schiff liegt sicher. Inzwischen hat sich auch etwas Appetit eingestellt und es gibt einen mittäglichen Klassiker: ‚Nudeln mit Tomatensauce‘. Die Nudeln werden in einem Gemisch von Trink- und Meerwasser (50/50) gekocht und sind salziger als man allgemein erwartet. Bei einem eiskalten Amstel und einer traumhaft schönen Umgebung fällt so eine negative Begleiterscheinung allerdings nicht ins Gewicht. Wir verbringen einen wunderschönen Bade- und Lesetag oder machen Ausflüge mit unserem kleinen Beiboot.

Abb. oben: Die wunderschöne Ankerbucht südlich des einzigen Thermalbades in den Kykladen, Loutra auf Kythnos. 

Abb. links: Unser kleines Schlauchboot.hat uns gute Dienste geleistet.

Auf diese Art und Weise kommen wir auch zu einen Einkaufsbummel in Loutra, um die schwindenden Vorräte wieder aufzufüllen. In einem kleinen Supermarkt werden wir von einer netten, allerdings stark sehbehinderten Omi bedient. Wie anders ist es erklärbar, dass sie zwei von uns für Vater und Sohn hält!! Nach dem Einkauf werden wir von ihr noch geherzt und geküsst, so dass wir uns Gedanken machen, ob wir nicht doch erheblich zu viel Geld in ihrem Laden gelassen haben. Was soll’s! Wir verlassen Loutra und haben sogar einen Eisblock für unseren Kühlschrank dabei. Nach einem guten Abendessen mit Rührei und Schinken sitzen wir noch lange im Cockpit und genießen ein kaltes Bier, die wundervolle Ruhe und den schönen Sternenhimmel. Den Weg in die Kojen finden wir schließlich gegen 23:00 h.

Der nächste Morgen beginnt mit einem erfrischenden Bad im Meer –zumindest für einige von uns- und der Aussicht auf genügend Wind zum Segeln. Wir verlassen die kleine Ankerbucht gegen 07:15 h und versuchen, in Loutra noch Wasser nachzubunkern. Leider ist um diese frühe Uhrzeit niemand zu erreichen, der uns Wasser verkaufen könnte und so ziehen wir unverrichteter Dinge ab. Mit einem kräftigen Wind (5-6 Beaufort) verlassen wir Kythnos Richtung Korissia (Insel Kea). Den eher verwegene Plan, von Kythnos aus Poros im Saronischen Golf anzusteuern (ca. 40 sm von der Südspitze Kea), müssen wir aufgeben, da wir Probleme sehen, gegen Wind und Welle von Poros wieder nach Lavrion zu kommen.

So bleibt es bei dem Plan, nach Kea zu segeln. Der Wind verhält sich leider etwas zickig, mal bläst er 30 Minuten mit Stärke 5-6, dann schläft er fast vollständig ein, um nur wenige Augenblicke wieder aufzufrischen. Erst auf Höhe der Südspitze Keas bläst der Wind stabil mit 6 Beaufort und bringt uns, hoch am Wind laufend, zügig voran. Schon um 13:45 h machen wir in Korissia fest. Der Ort selbst ist recht schön anzusehen. Leider merkt man an den Preisen in den Tavernen, dass Kea von vielen Segelbooten als letzte Station vor dem Schlag zurück nach Lavrion genutzt wird. Es ist sehr touristisch und teurer als sonst üblich. Gegen Abend läßt der kräftige Wind allmählich nach und wir hoffen, am kommenden Tag wenigstens unter voller Besegelung nach Lavrion zurückkehren zu können.

Am nächsten Morgen bläst bereits früh ein kräftiger Wind (6 Bft). Laut Wetterbericht soll der Wind im Verlauf des Tages aber auf 4-5 Beaufort abflauen, so dass wir beschließen, zunächst noch die Insel zu erkunden, bevor wir weitersegeln. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg durch das ‚Bergland‘ Keas und erreichen nach etwa 1 Stunde eine Stelle, von der man einen einfach herrlichen Blick auf Korissia hat. Wir machen reichlich Fotos und kehren auf dem Rückweg noch in einem Internet-Cafe ein. Dort erfahren wir, das Jürgen Möllemann voraussichtlich Selbstmord begangen hat. Als der Wind gegen Mittag tatsächlich etwas nachlässt, verlassen wir Kea bei nun sehr angenehmem Segelwind (5 Beaufort). Leider müssen wir auf See feststellen, dass sich die Rollfock nicht bedienen lässt. Offensichtlich ist die Rollmechanik in der Mastspitze beschädigt. Wir müssen also bei besten Segelbedingungen, allerdings auch recht hoher Wellen (2 –3 Meter), unter Groß und -leider- unter Motor fahren.

Abb. rechts oben: Der recht ansehnliche Ort Korissia auf Kea bei Tag und bei Nacht (rechts darunter).

Wir passieren die Nordspitze von Makronisi und nehmen Kurs auf die Ankerbucht Foinikas südlich von Lavrion. Auf dem Weg dorthin passieren wir auch den neuen Olympia-Hafen für die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen. Auch in der Ankerbucht pfeift es wahrlich nicht schlecht. Wir schnappen uns eine der Moorings und liegen gegen 15:30 h fest. Jetzt haben wir auch die Zeit, den Fehler bei der Rollfock zu untersuchen. Mit Bootsmannsstuhl lässt sich der Sipper in die Mastspitze ziehen und bekommt die Mechanik wieder frei. Aufgrund der herrschenden Wind lassen wir uns allerdings nicht darauf ein, die gesamte Genua herauszuziehen, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellen sollte. Einige genießen noch ein allerletztes Bad im Meer, bevor wir dann gegen 18:00 h den Anker lichten und gegen Wind und Welle zurück nach Lavrion fahren. Dort machen wir mit einem sehr ordentlichen Anlegemanöver um 18:45 h fest. Beim ebenfalls allerletzten Anlegebier kommt noch einmal Wehmut auf. Nur wenige Augenblicke später läßt der Wind immer mehr nach, bis er völlig einschläft. Kurios!

Abb. links: Aus 20 m Höhe sieht die Welt ganz anders aus ...

Abb. rechts: ... nämlich so! Wunderschöne Aufnahmen aus der Mastspitze auf die relativ entspannt wirkende Crew der ‘ARGOLIS’.

Als uns wenig später auch noch der kleine Hunger erreicht, suchen wir uns in Lavrion ein nettes Restaurant. Entgegen aller üblichen Regeln finden wir uns in einer Pizzaria direkt an der belebten Hauptstrasse ein, wo wir vortrefflich essen. Pappsatt und um etliche Euro ärmer nehmen wir noch einen Absacker-Cocktail (einer der Kollegen schafft es sogar, noch einen Jumbo-Eisbecher Royal zu verputzen), bevor es ein letztes mal auf Schiff zurück geht.

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