Griechenland - von Lavrion bis Kos

Kythnos, Syros, Mykonos, Paros, Amorgos , Leros, Kalymnos, Kos   (27.05. - 10.06.2000)

Im Jahr 2001 wird der neue internationale Flughafen von Athen in Spata eröffnet. Spätestens dann wird Lavrion an der Ostseite der Halbinsel Attika als Aus- gangsort für einen Kykladentörn an Bedeutung gewinnen. Bis dahin schreckt zunächst die Taxifahrt vom bisherigen Flughafen Athens nach Lavrion etwas ab. Hat man sich -wie wir- dennoch hierzu entschlossen, sollte man vor Beginn des Törns gleich den Taxitransfer beim Vercharterer vor Ort buchen. So läßt sich die Fahrt zu einem bezahlbaren Preis von 13.000 GDr (ca. 75,--DM) je Taxi bewerkstelligen. Dafür werden wir allerdings beim Bunkern einer Grundaus- stattung von Lebensmitteln und Getränken `über den Tisch gezogen´. Rund 81.000 GDr (ca. 500,-- DM !!) müssen wir für insgesamt 14 Paletten Getränke (Bier, Cola, Wasser,O-Saft) sowie Nudeln, Sauce, Ketchup und Brot berappen. (Dose Cola = 1,40DM).

Lavrion selbst zählt sicher nicht zu den Orten, über die im Reiseführer überschwenglich berichtet wird. Dafür verdienen die Mitarbeiter unseres Vercharterers ARGOLIS ein großes Kompliment. Der Stationsleiter uns sein Vertreter haben sich bei der Schiffsübergabe als kompetent und darüber hinaus auch als überaus hilfsbereit erwiesen. So mußte der Transfer eines Segelfreundes, der mit einem späteren Flug in Athen eintraf sowie eines Gepäckstückes, daß auf unserem KLM-Hinflug nach Athen irgendwie unter die Räder kam, organisiert werden. Es wurde kurzfristig ein Taxi zum Flughafen geschickt und der Rest via Handy geregelt. Um 22.30 Uhr hatten wir die komplette Mannschaft nebst fehlendem Gepäck an Bord unserer `INACHOS´, einer Feeling 486.

Ny2_s2

oben: Der Liegeplatz des Vercharterers ARGOLIS in Lavrion. 

Wir verlassen Lavrion am 28.05.2000 Richtung Kythnos. Toiletten oder gar Dusch- möglichkeiten gibt es an Land leider nicht. Ob sich dies in den nächsten Jahren noch ändern wird, bleibt abzuwarten. Das Wetter ist ebenfalls bescheiden. Stark bewölkt mit gelegentlichem Nieselregen. Gegen Mittag klart es aber auf und wir laufen die berühmte Sandbarre, eine schmale Landzunge mit durchgehendem Sandstrand, auf der Insel Kythnos an. Beide Buchten der Sandbarre sind schon reichlich besetzt. Trotz eines frischen Windes und noch recht erfrischenden Wassertemperaturen kann ein aus- giebiges Bad im Meer genommen werden. Ein Crewmitglied nimmt das Schlauchboot und rudert zur Sandbarre. Der Besuch ist enttäuschend! Die beiden Strände sind nicht nur von Treibgut verunreinigt. Auch die anwesenden Touristen tragen offensichtlich zur `Vermüllung´ des Strandes bei. Anschließend verlassen wir die Bucht und laufen den Hafen von Mericha an. Dort ist das Restaurant `GIALOS´ zu empfehlen. In typisch griechischer Tradition können die Gäste in der Küche einen Blick in die Kochtöpfe werfen und sich danach die Mahlzeit zusammenstellen. Das Gemüse-Ratatuille und der Souflaki- Spieß waren spitze. Der Tzaziki war sogar der Beste, den wir in den Kykladen überhaupt gegessen haben. Und preiswert war´s auch!

Nach einer morgentlichen Bordwäsche (Duschen in Mericha Fehlanzeige) verlassen wir Kythnos in Richtung Syros. Das Wetter hat sich insoweit verändert, als jetzt die Sonne kräftig scheint, dafür aber der Wind völlig eingeschlafen ist. Wie wir in Gerd Radspielers Törnführer erfahren haben, soll die Hauptstadt Ermoupolis zum Festmachen eher ungeeignet sein (üble Gerüche in Kainähe, auch Ratten). Wir entschließen uns daher, in Finikas an der Südwestseite der Insel, an Land zu gehen. Da wir in Finikas sogar Duschen am Hafen vorfanden (600,- GDr pro Person), war die Entscheidung im Nachhinein richtig, wenngleich wir die Bedingungen, die Gerd Radspieler in Ermoupolis antraf, nicht vorfanden. Dennoch: Ermoupolis ist eher laut und staubig und war ansonsten auch mit dem Bus sehr gut erreichbar. Das Angebot des Hafenmeisters, seinen Privatwagen für 8.000 GDr. (für den Abend) zu benutzen, hatten wir ausgeschlagen. So kostete die Hin- und Rückfahrt nach Ermoupolis 480,- GDr. pro Person. Der letzte Bus fuhr um 21.00 h zurück. Verpassen sollte man Ermoupolis allerdings nicht. Insbesondere die beeindruckenden Bauten im Kolonialstil sollte man gesehen haben. Auch die Einheimischen präsentieren sich eher zurückhaltend. Wie heißt es im Reiseführer von M. Velbinger sinngemäß: ´´ Den Touristen begegnet man mit freundlicher Gleichgültigkeit. Man hat nichts gegen sie aber man braucht sie auch nicht.´´ Offensichtlich wird in Finikas daran gearbeitet, den Kai mit Strom- und Wasseranschlüssen zu versorgen. Im Mai 2000 galt dies nur für die ersten 5-6 Liegeplätze an der Kaimauer.

Ny2_b10

oben: Ermoupolis auf Syros in der Abenddämmerung ... 

Am 29.05.2000 verlassen wir Finikas auf Syros in Richtung Mykonos. Die See ist spiegelglatt, es regt sich kein Lüftchen. Unterwegs treffen wir auf Gruppen von Delphinen. Faszinierend! Es werden eine Menge Fotos geschossen. Mittags laufen wir eine schöne Badebucht (Ormos Shino) an der Ostseite von Rinea an. Vorsicht! Den knapp unter der Wasseroberfläche gelegenen Felsen, der in der Seekarte auch nicht verzeichnet war, sehen wir von der Bugspitze aus gerade noch rechtzeitig! In diese ansich tolle Badebucht sollte man sich wegen der vielen Untiefen nur sehr

langsam hineintasten! Dann aber wird man durch das warme türkisgrüne Wasser voll entschädigt. Danach geht´s ab nach Mykonos. Der neue Yachthafen, etwa 2 sm nördlich von Mykonos Stadt ist um 17.30 h leider schon ziemlich voll und für Boote mit über  2 m Tiefgang etwas zu flach. Wir erwischen mit Glück noch einen Platz an der Kaimauer der Hafeneinfahrt. An der Hauptstraße gegenüber ist eine Bushaltestelle. Mit etwa 35 Gleichgesinnten drängen wir uns ab 19.00 h in einem Bus Richtung Stadt. Dort genießen wir den Sonnenuntergang am kleinen Fischerhafen und gehen Essen in `Klein Venedig´. Hier ist das Restaurant `Spiros´ besonders zu empfehlen. Für das Souflaki verwendet man Rinderfilet. Klasse! Preise auf Mykonos: etwa 20% höher als sonst. Damit der Abend so richtig rund wird, sollte man ab 23.00 h auf jeden Fall die `Scandinavian Bar´ aufsuchen. TIPP : Die besten 8 Plätze findet man auf dem kleinen Balkon im Obergeschoß. Dort gibt es auch einen direkten Zugang zur Disco, in der bis fast 03.00 h überwiegend Musik aus den 70er Jahren gespielt wird. Um 04.00 h macht die Disco dann aber endgültig zu. Wer will, kann noch bis 05.30 h am Hafen im ´Last Chance´ weiterfeiern. Hier trifft man wirklich die skurilsten Typen. Ist aber Geschmackssache! 

Ny2_s1

oben: Delphine kreuzen unseren Weg

Ny2_b6

Bei stark einfallen Boen, die unser Schiff immer wieder an die Kaimauer drücken, verlassen wir den Yachthafen von Mykonos in Richtung Paros. Der Wind bläst zunächst recht kräftig aus NW und bringt uns gut voran. Schon bald passieren wir die Insel Delos mit ihren antiken Ausgrabungsstätten. Die Insel darf nur an einer Stelle - und natürlich gegen Entgelt- betreten werden. Wir haben jedoch ein anderes Ziel, Paroikia, den Hauptort auf Paros. Nachdem wir Delos und Rinea passiert haben und auf SW-Kurs gegangen sind, nimmt der Wind stetig ab und schläft bald ganz ein. (das gilt -bis auf den Steuermann- auch für den Rest der Mannschaft). Achtung! Bei der Ansteuerung von Paroika sollte die nordwestliche der beiden vorhandenen Tonnen südlich und relativ eng passiert werden. Daneben ist es ratsam, im inneren Hafen, der allerdings recht klein ist, festzumachen. An der äußeren Kaimauer ist der von den Fährschiffen erzeugte Schwell unangenehm. Bei starken nördlichen Winden (Meltemi) ist das Verbleiben hier nahezu unmöglich!!

Wir hatten das Glück?/Pech?, durch einen 4 Tage dauernden Sturm von 7-10 Windstärken auf Paros festgehalten zu werden. So konnten wir die Insel recht gut erkunden. Besonders gefallen hat und die Inselhauptstadt Paroikia mit ihren weißgetüchten Häusern, den typischen blauen Fenstern und den verwinkelten Gassen (sh. Foto) , in denen auch bei starkem Sturm nur ein laues Lüftchen weht. Beeindruckend auch die Kirche `Hekatontapiliani´. Ihre ältesten Frakmente reichen bis in das 5. Jahrh. zurück. Interessant auch die im Kirchhof an einem Baum hängenden Glocken. Gefallen hat uns auch die Freundlichkeit der Menschen. So war die Toilettenbenutzung im `Maritim Internet-Café´ gegenüber des Hafens (Inhaber: Alfons aus Dortmund) kein Problem. Anstandshalber hat man sich mit dem Verzehr eines `Greek Coffee´ bzw. einer Internet-Surfrunde revanchiert. Auch die Duschmöglichkeit im Hotel `Adrian´, in zweiter Reihe hinter dem genannten Café liegend, wurde von ihm vermittelt. Kosten hierfür pro Person: 1.000 GDr. Und nicht zu vergessen, unser Stamm-Café, das `Sarnies´ in der Altstadt. Bei Karin fühlten wir uns pudelwohl. Tolle Truppe, gute Snacks und prima Musik. Darf man nicht versäumen!

Ny2_b4
Ny2_b11

Falls man vorhat, Paros nicht nach einer Übernachtung wieder zu verlassen, empfiehlt sich eine Inseltour via Motorroller. Günstige Angebote macht der Rollerverleih gegenüber dem Hafen (unmittelbar neben dem schon erwähnten Internet-Café). Für einen Nachmittag zahlten wir 4.000 GDr. (ca. 23,- DM). Die Roller (100 ccm, 8 PS) waren fast neu. Wir empfehlen eine Inselrundfahrt im Uhrzeigersinn. Das hat den Vorteil, bereits im ersten Drittel der Tour einen schönen Ort (Naousa) zu sehen und dazu Bademöglichkeiten zu haben (versch. in der Bucht von Naousa bzw. `Santa Maria´ im Westen von Naousa) und außer- dem bläst einem der überwiegend aus N-NO wehende Wind nur kurze Zeit entgegen. Interessant auch der Ort `Piso Livadi´, das Schmetterlingstal (öffnet erst Mitte Juni) und der Palmenstrand `Palm Beach´ in der Nähe von Pounter. Wegen der guten Anbindung von Paros durch einen eigenen kleinen Flughafen oder über den internationalen Flughafen von Mykonos und die Schnellfähre bietet sich Paros inzwischen auch als Ausgangspunkt für eine Kykladentörn an, insbesondere auch dann, wenn man ggfl. nur eine Woche segeln kann oder will. Bei schlechtem Wetter ist allerdings Vorsicht geboten. Sowohl der Flug- als auch der Fährbetrieb werden in der Regel ab Windstärke 7 komplett eingestellt!

Nachdem wir 4 Tage lang immer wieder völlig unterschiedliche Wetterprognosen vom Deutschen Wetterdienst als auch von deren griechischen Kollegen erhalten hatten, setzte sich am Ende der Deutsche Wetterdienst durch und prognostizierte für Montag ein Abflauen des Sturmes. Am Sonntag haben wir noch Gelegenheit, im `Magic´ an der Uferstraße ein Formel1-Rennen anzusehen und genießen in Vorfreude auf die Fortsetzung unseres Törns noch einen letzten Abend in unserem Stamm-Café. Am nächsten Morgen starten wir bei noch recht kabbeliger See. Ziel ist es, Katapola auf der Insel Amorgos zu erreichen. Wir nehmen die vermeintlich kürzere Nordroute um Naousa und an Naxos vorbei. Bei 5 Bft. und reichlich Dünung bleibt es nicht aus, daß wir z.T. reichlich naß werden.Wegen unseres Schiffes sind wir dennoch zufrieden, zumal die ´´INACHOS´´ auch bei stark gerefften Segeln noch immer gute 8 Knoten läuft. Probleme bereitet uns das Ankern im Hafen von Katapola. Hier hält der Anker auf Sand und Seegras erst im 4. Versuch! Entschädigt werden wir dafür mit guten Essen in einem kleinen Restaurant direkt gegenüber dem Fähranleger..

Wegen der doch recht knappen Zeit schaffen wir es nicht mehr, das auf der Südseite der Insel wie ein Schwalbennest an die Felsen geklebte Kloster zu besichtigen. Wir nehmen uns dies für einen späteren Törn aber ausdrücklich vor. So segeln wir am folgenden Morgen los, um auf halbem Weg in den Dodekanes die Insel Levithia zu erreichen. Das Wetter läßt zu diesem Zeitpunkt aber noch zu wünschen übrig. Starke Bewölkung, sogar etwas Regen und starke Dünung. Dafür beeindruckt uns die Nordostspitze der Insel Amorgos mit ihren hoch aufragenden Felsen. Begünstigt durch die sich laufend verbessernde Wetterlage läuft die INACHOS konstant über 8 Knoten und wir erreichen Levithia viel früher als erwartet. Levithia selbst ist ein felsiges Eiland und hat -außer einem gepflegten Bauernhof, bei dem die dort ankernden Crews eine warme Mahlzeit zu sich nehmen können- nicht viel zu bietet. Wir entschließen uns daher spontan, bis nach Leros weiterzufahren. Am späten Nachmittag erreichen wir Leros und wollen in der wunderschön gelegenen Bucht ´´Ormos Xirokambos´´ im Süden der Insel über Nacht vor Anker gehen. Bedauerlicherweise vermiesen uns ganze Quallenschwärme, einzeln oder in langen Ketten, den Aufenthalt. Daher fahren wir weiter nach Lakki, dem Hauptort auf Leros. Nebenbei bemerkt haben wir an diesem Tag mit 69 sm unseren Tagesrekord dieses Törns aufgestellt.

Kloster
Ny2_b12

oben: Eines der bekanntesten Klöster Griechenlands befindet sich auf der Insel Amorgos.Wir haben uns fest vorgenommen, es beim nächsten Besuch auf Amorgos zu besichtigen.

 

 

links: Katapola auf Amorgos ist in mehrere auseinander- liegende Ortteile gespalten

Ny2_b16

Lakki ist eine Retortenstadt im Stil des Neo-Klassizismus, die Anfang der 30-er Jahre aus dem Boden gestampft wurde. Schon irgendwie beeindruckend, aber nicht wirklich schön! Begeistert dagegen hat     uns die Marina des Yachthafens mit blitzsauberen Duschen und Toiletten! Kosten für eine warme Dusche (ohne Limit): 600,-- GDr. Hafengebühr: 3000,-- GDr. Daneben war auch das Abendessen in der ange- schlossenen Taverne aller Ehren wert. TIPP: Der Restaurantchef   stellte für uns die Vorspeisen nach seinem Geschmack zusammen: gebackene Riesenscampis in Kräutersauce, Tintenfisch in Öl mit Tomaten, scharfes Bohnenmuß mit Kümmel und Zwiebeln, mit Hackfleisch und Reis gefüllte Kohlblätter, gebackene Kürbisplätzchen und eine gemischte Gemüse- und Salatplatte! Etwas besseres haben wir in Griechenland noch nie gegessen!! Und das zu ähnlichen Preisen wie die Vorspeisen in anderen Häfen! Ein Novum: Nach dem Essen gibt der Wirt noch einen Ouzo aus.  :-)

links: Lakki auf Leros. Am oberen Bildrand liegt der Yachthafen.Rechts in der scharfen Kurve der Uferstraße ist die Marina zu finden. Äußerst empfehlenswert! (sh. oben)

Am nächsten Tag beschließen wir, einen Badetag einzulegen und suchen uns auf Kalymnos eine Badebucht, in der wir auch die Nacht verbringen wollen. Durch die allgegenwärtigen Quallen gestaltet sich die Suche allerdings schwierig. Erst in der Bucht Ormos Paliounisos auf der Ostseite von Kalymnos haben wir Glück. Ablandige Winde halten dort die Quallen fern. Der Ankergrund ist sandig und mit Felsplatten und Seegrasflächen versehen. Das Ankern selbst ist daher nicht ganz einfach. Dafür ist das Wasser traumhaft schön: türkisgrün und kristallklar. Es wird ausgiebig gebadet! Abends genießen wir die Stille, die nur durch das gelegentliche Meckern einiger wilder Ziegen und das Knurren einiger Mägen unterbrochen wird. Im Reiseführer wird nach dem nächsten Zielhafen gefahndet. Die Wahl fällt auf Pothia, den Hauptort auf Kalymnos und die ´´wohl schönste Stadt des Dodekanes´´, wie es dort heißt.

Am folgenden Morgen nehmen einige noch vor dem Frühstück ein erfrischendes Bad im Meer bevor wir den Anker lichten und uns nach Pothia aufmachen. Auf Halbwindkurs erreicht die INACHOS hierbei sogar eine Geschwindigkeit von 9.7 Knoten. Wir erreichen Pothia bereits um die Mittagszeit und sind etwas enttäuscht. Die angeblich ´´schönste Stadt des Dodekanes´´ präsentiert sich uns sehr heiß, sehr laut und sehr staubig. Jetzt könnte man eine kühle Dusche gebrauchen. Die aber sucht man in Pothia vergebens. Erst in den späten Nachmittagsstunden erkunden wir die Stadt genauer und erklimmen das auf einer Bergspitze liegende Kloster. Der Weg hat sich allerdings gelohnt. Wir werden mit einer grandiosen Aussicht über die Stadt und das Meer entschädigt. Abends essen wir ausnahmsweise mal italienisch in einem kleinen Restaurant an der Uferpromenade. Die Portionen sind riesig! Die servierte Pizza (Size: normal) ist kaum zu bewältigen. Da Pothia auch das Zentrum der griechischen Schwammfischerei ist, wird noch ein handballgroßer Naturschwamm (ungebleicht, auf 2.000,- GDr. heruntergehandelt) eingekauft.

Ny2_b7

oben: türkisgrün und kristallklar: das Wasser in der Bucht Ormos Paliounisos auf des Ostseite von Kalymnos

Wir verlassen Pothia am nächsten Morgen in Richtung Kos. Bevor wir die INACHOS in Kos-Stadt wieder abgeben, wollen wir noch eine Weile segeln und irgendwo eine Badepause einlegen. Bis auf eine kleine Badebucht im Südwesten der Insel Pserimos, die von vielen Ausflugsbooten angelaufen wird, ergibt sich leider keine geeignete Bademöglichkeit nördlich von Kos. Bei dem vorherschenden auflandigem Wind halten wir das Ankern an einem Strandabschnitt von Kos ebenfalls für ungünstig und nutzen den Tag noch einmal um zu segeln. Gegen Mittag laufen wir in den Hafen von Kos-Stadt ein. Mit etwas Glück und der tatkräftigen Unterstützung durch den Vercharterer, erhalten wir im Ostteil des Hafens, der für Charterschiffe freigehalten wird, einen der letzten Liegeplätze. TIPP: Wer versucht, in Kos-Stadt einen Liegeplatz zu ergattern, der sollte recht pünktlich kommen. Der bereits in einigen Büchern angekündigte neue Yachthafen ist immer noch im Bau. Wie kurzfristig er fertiggestellt wird, hängt sicher von der sich verschärfenden Situation im alten Hafen und damit wohl vom Druck der Vercharterer ab.

Ny2_b15

oben: Blick vom Kloster auf Pothia (Kalmynos)

Ny2_b17

Bedauerlicherweise haben wir im Hafen keine Duschmöglichkeiten gefunden. Süßwasserduschen gibt es hingegen am nahen Strand, wobei es eine gewisse Dick- felligkeit erfordert, sich dort einzuseifen und abzubrausen. Soll aber gelegentlich vor- kommen. Ein abendlicher Ausflug in die Altstadt von Kos ist besonders für Leute, die einem gefälligen Partyleben nicht abgeneigt sind, hoch- interessant. Nach einem guten Abendessen unter alten Bäumen (Nähe Minarett) taucht man kaum 100 m weiter in die Kneipen- und Discoszene ein. Die Stimmung ist sehr ausgelassen und man kann durchfeiern bis in die Morgenstunden. Etwas störend wirken lediglich die ´ Fänger‘ vor jeder Kneipe, die einen hinein- lotsen möchten. Dennoch: Die Altstadt von Kos ist ein Muß für jeden Besucher der Insel.

oben: Kos-Stadt, links oberhalb der alten Jesuiten-Festung der Yachthafenteil für Charterboote. Dahinter beginnt die Altstadt.

e-mail: Webmaster@notyet-team.de