Griechenland (nördliche Kykladen und Euböa)

Syros, Mykonos, Kythnos, Kea, Euböa (Karistos)      (20.06. - 27.06.2009)

Beinahe täglich schwere See und immer den Wind von vorn! Das sind die Eindrücke, die uns vom NotYet!!-Segeltörn des Jahres 2009 sicher besonders in Erinnerung bleiben werden. Überwiegend südliche Winde nötigen uns, nur die nördlichen Kykladeninseln anzusteuern. Paros, Naxos, Milos, alles in nahezu unerreichbarer Ferne. Allerdings gehört bei den vorherrschenden Winden erstmals auch ein Kurztrip in den Norden zur Halbinsel Euböa zum Programm.

Fr. 19.06.2009  Da unser Germanwings-Flug von Köln/Bonn nach Athen am Samstagmorgen in aller Herrgottsfrühe (6:05 h) beginnt, reisen wir bereits am Freitagnachmittag nach Iserlohn zu unserem Freund Thomas. Wir wollen dort noch einen gemütlichen Abend verbringen und haben so auch nur noch eine kurze Strecke vor uns. Der Plan ist, bei dem Griechen unseres Vertrauens (Vasilios) noch eine Mahlzeit zu nehmen und dann pünktlich schlafen zu gehen. Soweit zur Theorie. Tatsächlich nimmt sich Vasilios noch etwas Zeit, setzt sich zu uns an den Tisch und bringt zur Feier des Tages gleich noch eine Flasche Ouzo mit. Es wurde noch ein langer Abend …

Sa. 20.06.2009  Am nächsten Morgen kommen wir dennoch einigermaßen pünktlich aus den Federn. Allerdings wird unser Gastgeber durch umfangreichste Hausarbeiten, die er unbedingt noch erledigen muss, zeitlich zurückgeworfen. Wir kommen erst gegen 04:20 h aus Iserlohn los, das Gate in Köln/Bonn schließt um 05:30 h!! Um 05:25 h erreichen wir das Ziel nach einer wilden Hatz über die Autobahn und bekommen prompt zu hören: „Sie sind aber spät dran!“. Nach der üblichen Kofferkontrolle eines Crewmitgliedes (irgendeine Automatikweste wird eigentlich immer beanstandet!) sitzen wir nur wenig später im Flieger und erreichen Athen (32° C!) um 10:55 h Ortszeit. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen hört man, dass die Taxifahrer ihre Preise um etwa 30% erhöht haben sollen. Weitere Preiserhöhungen sollen folgen. Wir beschließen, mit dem Regionalbus nach Lavrion (Ostküste Attika) zu fahren. Abfahrtszeit: 11:45 h vor dem Eingang des Sofitel-Flughafenhotels, die Kosten: 4 Euro pro Fahrgast. Juhu!

Abb. Unsere ‘ORAMA’ eine topgepflegte Beneteau Oceanis 47.3

Der Bus stellt sich als klimatisierter Reisebus dar, die Fahrt verläuft zunächst sehr angenehm. Allerdings müssen Reisende mit Ziel Lavrion in einer Ortschaft namens Makopoulo in einen gewöhnlichen Stadtbus umsteigen. Dieser muss unterwegs sogar noch betankt werden. (O-Ton Bichi: „Hoffentlich muss der nicht heute Morgen auch noch zur Inspektion!“. Nach insgesamt anderthalb Stunden erreichen wir Lavrion. Unser Schiff, die ‚ORAMA’, eine Beneteau 47.3 aus dem Jahre 2002, ist schon bereit zur Übergabe. Der Eigner selbst ist hierzu aus Athen angereist. Es stellt sich schnell heraus, dass das Schiff ist in einem sehr guten Zustand ist. Die Segel und das laufende Gut wurden zu Beginn der Saison sogar komplett erneuert. Nach dem üblichen Einkauf (Lebensmittel, Getränke und Eisblöcke) denken wir kurz darüber nach, ob wir nicht schon auslaufen sollten und in einer kleinen südlich gelegenen Ankerbucht übernachten sollten. Wir entscheiden uns dagegen – und machen damit einen Fehler. So kommen wir in den ‚Genuss’ einer Mischung aus dröhnender Discomusik und Straßenlärm.

So. 21.06.2009  Das Aufstehen fällt uns heute schwer. Wir sind noch von den Strapazen der vorhergehenden Tage gezeichnet, übermüdet und platt!Erst gegen 07:30 h werden Brot und Brötchen eingekauft. Dabei entdecken wir noch den Fischmarkt von Lavrion, wirklich interessante Eindrücke!

Erst gegen 08:45 h legen wir bei nahezu Windstille in Lavrion ab. Der Wetterbericht verheißt uns viel Sonne und Wind (4 Bf.) aus Südwest. Wir wollen aber zunächst bis zum Kap Sounion fahren und uns erst dort entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Bis dahin stehen sowohl Poros im Saronischen Golf als auch die Kykladen zur Auswahl. Als gegen Mittag tatsächlich etwas Wind aus Südwest aufkommt, beschließen wir, Kythnos anzulaufen, genauer: die Bucht Ormos Stephanou an der Ostküste. Allerdings wird auch dieses Ziel wieder korrigiert, nachdem der Wind weiter auffrischt. Jetzt wollen wir Finikas auf Syros anlaufen. Gegen 18:10 h, wenige Seemeilen vor Syros, schläft der Wind wieder ein und wir erreichen Finikas unter Motor. Um 19:10 h machen wir an der Außenmole fest. .

Abb.  Bei Süd- bzw Südwestwind liegt man in Finikas wegen des ganz erheblichen Schwells besser in der Nähe der Marinebasis (sh. Pfeil)  Quelle: Google Earth

Kurze Zeit später weist uns der eintreffende Hafenmeister darauf hin, dass mit Starkwind (6-7 Bf.) aus Südwest gerechnet wird. Der Schwell an der Außenmole in Finikas sei dann kaum auszuhalten. Wir könnten aber an einer geschützten Außenmole in der Nähe des gegenüberliegenden Marinehafens festmachen. Hier sei man ausreichend gegen die hohen Wellen geschützt. Kurze Zeit später macht sich eine kleine Armada von Segelbooten auf. Wir sind dabei und haben Glück, denn wir ergattern noch einen guten Platz an der Mole. Die hungrige Crew kann sich anschließend auf einen tollen griechischen Salat (zubereitet von Thomas F.) freuen. Dazu gibt’s Brot und Rotwein. Ein versöhnlicher Abschluss eines anstrengenden Tages.

Wir richtig wir mit unserer Entscheidung lagen, das Schiff zu verlegen, zeigt sich am nächsten Morgen. Wir unterhalten uns mit der österreichischen Crew einer Segelyacht, die unserem Beispiel nicht gefolgt war und erst am frühen Morgen neben uns festmacht. Die armen Kerle wurden vom Schwell in Finikas so sehr durchgeschüttelt, dass sie noch in der Nacht wieder ausgelaufen und bis zum Festmachen in der Nähe vor Anker gegangen sind.

Mo. 22.06.2009  Auszug aus dem Logbuch der ORAMA (Thomas N.):

„So fühlt sich ein gebrauchter Tag an: Diejenigen Synapsen, die den 5l-Kanister Rotwein überstanden haben,  erleben einen diesigen Morgen (ab 06:00 h), wenig Wind, dafür viel Welle aus Süd. Hafen-Toiletten und Duschen sind dicht (Anm.: diese öffnen erst ab 10:30 h!), der Bäcker ebenso – als Ersatz gibt’s Kaffee und Aspirin ….“

Dennoch legen wir kurz nach 08:00 h ab. Unser Ziel heute: Mykonos. Da wir heute ausreichend Zeit haben, wollen wir aus Gründen der allgemeinen Fitness zuvor eine schöne Badebucht anlaufen und uns ein wenig erholen. Hierbei haben wir allerdings das Pech, dass sämtliche Badebuchten auf der Insel Rinia, die wir anlaufen, entweder gut belegt sind oder dort einfach zu viel Wind steht. Also segeln wir weiter auf ‚Eierkurs’ mit achterlichem Wind und machen dabei fast 5 kn über Grund. Gegen Mittag erreichen wir die Marina von Mykonos und machen fest. Es ist brütend heiß!

Während Skipper Bernd an Bord bleiben möchte (zu heiß!), beschließen die anderen, sich Motorroller bzw. ein Auto (Thomas F.) auszuleihen, um die Insel zu erkunden. Dies ist direkt gegenüber der Marina möglich. Wir zahlen für diesen Spaß knapp 100,-- Euro. Unser erstes Ziel ist ‚Kalafati Beach’. Obwohl es hier nur ein einziges und auch noch recht kleines Hotel zu geben scheint, werden hier jede Menge Wassersportmöglichkeiten angeboten, wie bspw. Banana-Boat oder Jetski. Der Sand ist recht grobkörnig, Schattenplätze sind vorhanden durch ausgewachsene Bäumen bzw. Strandschirme. Eine angrenzende Bar/Lounge sowie ein Restaurant sind luxuriös eingerichtet und haben entsprechende Preise

Abb.: Kalafati Beach auf der Südostseite von Mykonos

Abb.: Alles leicht zu finden ... (Schilderwald auf Mykonos)

Danach suchen wir im Süden der Insel nach schönen Stränden und landen am Paradise Beach’. Schon von weitem dröhnt uns Discomusik entgegen. Auf Tischen tanzende Go-Go-Girls, jede Menge gutaussehende Menschen, ein kleines Schnellrestaurant (Topp: Gyros Pita!) und ein Vermieter von Strandliegen im Trikot von Arminia Bielefeld. Hier gibt’s wirklich alles! Wir bleiben ein wenig und beobachten das bunte Treiben, ehe wir uns wieder auf den Weg zum Schiff machen.

Abb.oben : Blick auf mykonos-Stadt und den Hafen mit Yachthafen (im Hintergrund) Abb. unten: Die Gassen in Mykonos-Stadt sind pieksauber und gut besucht.

An Bord wartet bereits ein hungriger Skipper. Inzwischen liegen drei große Kreuzfahrtschiffe am Kai. Ein weiteres hat in der Bucht von Mykonos Anker geworfen und bootet gerade seine Gäste aus. Damit befinden sich jetzt mindestens 5.000 Kreuzfahrttouristen in Mykonos-Stadt! Wenn wir noch einen vernünftigen Platz zum Abendessen finden wollen, müssen wir jetzt wirklich los. Es ist inzwischen 18:00 h und wir machen uns mit 5 Personen im Chevrolet Matiz von Thomas F. auf den Weg.

Nach einem kleinen Bummel durch die Altstadt finden wir in ein schönes Lokal und genießen klassisch Zaziki (leider mit Dill, wie ein Experte bemerkt!) O-Ton Bernd: „Wenn Du irgendwo Dill rein machst, schmeckt alles nur noch nach Dill!“. Danach gibt’s verschiedene Fleischgerichte. Jeder bestellt irgendetwas und isst auch irgendetwas. Ob es das ist, was jeder auch bestellt hat, bleibt erstmals auf diesem Törn fraglich. Anschließend wird von einem Teil der Truppe zum Souvenirkauf geblasen, der andere Teil tingelt durch die Stadt. Alle treffen wir uns später wieder in der ‚Scandinavian Bar’, unserer Lieblingskneipe auf Mykonos.

Nach ein paar Ouzo’s sind wir schön entspannt und Dirk versucht wieder einmal, den Barkeeper für seinen Leuchtturm-Drink zu begeistern. Die ersten Versuche an der Bar führen allerdings zu wenig akzeptablen Ergebnissen. Erst im Verlauf der Versuchsreihe werden die Ergebnisse besser, später sogar lecker. Unterdessen lernen wir zwei sympathische Mitglieder der kanadischen Streitkräfte kennen. Gemeinsam haben wir viel Spaß und verbringen einen wunderschönen Abend. Wir denken darüber nach, uns anwerben zu lassen. Erst gegen 04:30 h kehren die letzten Partylöwen an Bord der ORAMA zurück.

Abb.: Die “Scandinavian Bar” in Mykonos-Stadt. Hier ist immer war los!

„Wie wir das Auto aus Mykonos-Stadt abgeholt haben und die Motorroller an den Vermieter zurück gingen, darüber...”, so steht es schwarz auf weiß im Logbuch,schweigen Meer und Zeugen…

Di 23.06.2009 Dennoch heißt es schon am folgenden Morgen gegen 09:15 h ‚Leinen los’. Wir verlassen Mykonos und wollen bei guten Bedingungen (4 Windstärken aus Süd) nach Kythnos segeln. Der eine oder andere Segelkamerad hat noch etwas Schädelweh und hütet die Koje. Erst gegen 11:30h sind dann alle an Deck. Gerade rechtzeitig, um festzustellen, dass der Wind wieder einschläft und nur die lange hohe Dünung als Überbleibsel des gestrigen Starkwindes vorhanden ist. Nördlich Syros dreht der Wind nach West, so dass wir unser Tagesziel Loutra auf Kythnos nicht anlegen können. Wir nähern uns Loutra so gut es eben geht und motoren den Rest der Strecke (5 sm) gegen Wind und Wellen. Ein widerlicher Kurs. Eine dieser Wellen hebt das Boot beinahe komplett aus dem Wasser, so dass wir uns entschließen, in Richtung Loutra unter Motor aufzukreuzen.

Es ist inzwischen nach 18:00 h und der Hafen pickpacke voll. Auch in der idyllischen Ankerbucht südlich der Marina herrscht schon ein richtiges Gedränge. Uns bleibt nichts anderes über, als vor der hohe Steinmole des Hafens zu ankern und zwei Landleinen an der Mole zu befestigen. Hierbei hilft uns ein einheimischer Fischer, in dem er die Landleinen befestigt. Wir sind sehr dankbar! Unsere Position ist nicht sehr günstig, zumal ein weiteres Boot mit einer polnischen Crew unmittelbar neben uns festmacht. Deren Ankermanöver wirkt derart dilettantisch, dass wir uns entschließen, den Abend vorsichtshalber an Bord zu verbringen. Zu allem Überfluss entdeckt die polnische Crew auch noch ihre musikalische Ader. Sie singen und musizieren bis die Schwarte kracht. Unsere Schwarte versteht sich, nicht ihre!

Mi 24.06.2009 Am nächsten Morgen sind wir dennoch frisch und ausgeschlafen. Dirk versucht, wegen der Landleinen mit dem Dingi an die Steinmole zu kommen. Bei dem Kampf ‚Dingi gegen Dirk’ sieht es lange Zeit nach einem Sieg für das Dingi aus. Schlussendlich erreicht er aber doch die Steinmole und kann die Landleinen lösen. Nachdem beide wieder an Bord sind, fahren wir unter Genua mit achterlichem Wind Richtung Nordspitze von Kythnos. Unser Ziel ist, sofern der Wind mitspielt, Poros im Saronischen Golf. Aber, um es vorweg zu nehmen, natürlich spielt der Wind nicht mit! Er dreht im Verlauf des Vormittages auf Südwest und nimmt auch noch ab. Was bleibt, ist die hohe Dünung. Auf Höhe der Südspitze von Kea entschließen wir uns daher, Richtung Norden zu laufen mit Ziel Vourkari auf Kea. Dieser Kurs ist leider auch nicht sehr angenehm. Das Boot schlingert in der hohe Dünung (Wellenhöhe >2 m), so dass wir auch hier vor dem Wind kreuzen müssen.

Als wir die Bucht von Nikolaou mit den Orten Korissia und Vourkari im Nordwesten von Kea erreichen, ist das Wasser auch hier noch recht ‚kabbelig’. Zunächst versuchen wir, in Vourkari einen Platz an der Kaimauer zu bekommen. Da der Wind aber recht frisch und genau im 90°-Winkel zur Anlegeposition bläst, denken wir darüber nach, vielleicht doch in Korissia festzumachen. Dort ist die Situation aber auch nicht besser, so dass wir nach Vorukari zurückkehren und dort nach ausgiebiger Situationsanalyse (ca. 5-6 Kreise im Hafen gefahren) unter starkem Seitenwindeinfluss mit einem nahezu perfekten Anlegemanöver festmachen. Das folgende ‚Anlegebier’ haben wir uns redlich verdient.

Abb. links: Vourkari auf Kea

Der Ort Vourkari, im Grunde nur eine Häuserzeile am Hafen, macht einen sehr guten Eindruck auf uns. Hier gibt es gemütliche kleine Restaurants, eine kleine geschmackvoll eingerichtete Cocktailbar, ein Supermarkt und eine kleine Boutique sowie ein paar wenige Wohnhäuser. Wir lassen diesen Eindruck einige Augenblicke auf uns wirken, bevor wir losziehen, um in einer kleinen Badebucht zwischen Vourkari und Korissia baden zu gehen.

Während Bernd, Bichi und Dirk die Strecke zu Fuß machen wollen, nehmen die beiden Thomas’ den Wasserweg mit dem Dingi. Noch immer steht Wind auf der Bucht. Als wir die Bucht zu Fuß erreichen, sind die beiden Dingifahrer schon da und trocknen ihre durchnässte Kleidung am Strand.

 

Abb.: Kurzer Badeausflug auf Kea (Alles super, Essen gut, eine Flasche Mythos (0,33l) kostet 4 Euro. Halleluja!

Nach einem kurzen erfrischenden Bad im Meer lassen wir uns in einem kleinen, feinen, leider aber auch teuren Strandrestaurant nieder. Das angebotene Mythos-Bier (0,33l Flasche für 4,00 Euro!) lassen wir uns dennoch schmecken und essen auch etwas. Insbesondere die angebotenen Salate sind wirklich lecker! Allerdings sind die bezahlten 88,-- Euro für ein paar Kleinigkeiten und jeweils 2 Biere kein Pappenstiel. Nach ein paar entspannenden Stunden an Bord gehen wir in Vourkari essen. Es sind nur wenige Schiffe im Hafen, so dass wir keine Mühe haben, einen Platz zu finden. Wieder bestellt jeder etwas, bekommt jeder etwas und wieder ist es reines Glück, wenn man das Essen bekommt, das man bestellt hat. Andererseits hat das auch was Spannendes, wenn man sein Essen erraten muss. Wir lernen im Verlauf des Abends noch ein nettes Schweizer Paar kennen. Beide besegeln die Kykladen für 5 Wochen. Beneidenswert. Wir laden uns gegenseitig zu Ouzo und Wein ein. Wieder wird es ein unterhaltsamer Abend.

Während einige von uns anschließend zurück an Bord der ORAMA gehen, wollen Thomas N. und Bichi noch das Nachtleben in Vourkari (wie gesagt, eine Häuserzeile am Wasser!) näher kennenlernen. Kaum zu glauben, sie werden auch noch fündig. Sie landen in einer kleine Cocktailbar am Beginn der Häuserzeile. Die Lounge ist sehr nett eingerichtet, die Bedienung freundlich, so dass sich die Rückkehr der beiden entsprechend verzögert.

Abb.: die wunderschöne Badebucht zwischen Korissia und Vourkari (nebst zwei Seebären im Beiboot)...

Do. 25.06.2009 Am nächsten Morgen wollen wir in dem kleinen Supermarkt gegenüber der Mole noch einige dringende Besorgungen machen, müssen dabei aber feststellen, dass die Öffnungszeiten stark von der Stimmungslage der Eigentümerin abhängig ist. Heute ist sie nicht in Stimmung, d.h. sie öffnet erst nach 10:00 h. Danach machen wir uns auf den Weg. Bei südlichen Winden wollen wir nach Norden, um uns eine schöne Ankerbucht bei der Insel Petali zu suchen. Auf dem Weg dorthin liegt aber eine dunkle Gewitterfront, die nach Südwesten zu wandern scheint, so dass wir nach Osten ausweichen. Wir haben Glück. Von ein paar Regentropfen abgesehen, kommen wir ungeschoren davon.

Abb. oben: Schwarze Gewitterwolken veranlassen uns, den Kurs zu ändern und Karistos auf Euböa anzulaufen.                  Abb. rechts: Karistos auf Euböa.

Unser Ziel für heute Abend lautet nun, Karistos auf Euböa anzulaufen. Hier werden wir sicher liegen. Da es noch früh am Tage ist, gehen wir südwestlich von Karistos in einer schönen einsam gelegenen Sandbucht mit türkisgrünem Wasser vor Anker und baden ausgiebig. Das Wasser ist über 22° C warm, herrlich! Gegen Abend beschließen wir, uns den Ort Karistos näher anzusehen. Um es vorweg zu nehmen, es war schon enttäuschend. Im Hafen gab es einen permanenten Schwell und der Ort selbst war auch nicht schön anzusehen. Architektur aus den Siebzigern und alles etwas heruntergekommen.

Der Hafenmeister ist auch von der etwas strengeren Sorte, ein Erbsenzähler. Er bestellt Skipper Bernd zu sich ins Büro, wo ca. 1 Stunde lang Dokumente ausgefüllt werden. Danach wird die saftige Rechnung präsentiert: 2,15 € (zwei Euro 15 -> kein Witz!!). Eine englische Crew hat beim Hafenmeister erheblich größere Probleme. Da sie sich angeblich bei der Abreise aus Kerkira (Korfu) nicht ordnungsgemäß abgemeldet haben, werden sie im Büro des Hafenmeisters endlos festgehalten. Wie diese Geschichte ausgegangen ist, wissen wir leider nicht. Uns selbst wird gestattet, ohne persönliche Abmeldung den Hafen verlassen zu dürfen. Toll!

Am nächsten Morgen gegen 06:30 h werfen Bernd und Thomas N. die Leinen los und wir fahren noch einmal in die schöne Ankerbucht vom Vortag, wo wir in Ruhe frühstücken und noch ein letztes Bad im Mittelmeer nehmen. Das Wasser ist hier absolut topp, sehr sauber und türkisgrün. Mit dem Beiboot macht sich noch der eine oder andere Kollege auf, das Ufer aufzusuchen und die dortige Vegetation einer besonderen Belastung zu unterziehen. Gegen Mittag geht es dann aber wieder los, wir müssen zurück in unseren Ausgangshafen Lavrion.

Abb. links: Kein Pool, sondern das türkisgrüne Meer bei Koristas (Euböa)!

Wider Erwarten bekommen wir an unserem letzten Segeltag noch ein paar wunderschöne Segelstunden mit schönem Amwindkurs bei wenig Welle geschenkt. Erst kurz vor den Insel Makronissi nimmt der Wind durch den vorhandenen Düseneffekt ganz erheblich zu. Nachdem auch Aufkreuzen nicht mehr möglich ist, klappen wir die Sprayhood hoch und motoren jetzt gegen Wind und Welle (natürlich!) wieder zurück nach Lavrion. Gegen 17:30 h machen wir dort fest. Wir haben Glück, denn nur kurze Zeit später ist der Yachthafen ‚pickepackevoll’ und die nachfolgenden Boote liegen dann im ‚Päckchen’.

Wie schon während unseres letzten Aufenthaltes in Lavrion beobachten wir einen Hund, der jedes zügig auf der Hafenmole fahrende Auto angreift und in dessen Reifen beißen will. Es gibt also auch Tiere mit leichtem ‚Dachschaden’.

Abb.: Der durchgedrehte Hund, der hier im Yachthafen lebt und allen zu schnell fahrenden Autos in die Reifen beißen will, ist wieder auf Jagd.

Während des Abendessens in der Innenstadt von Lavrion machen wir dann schon Pläne für das kommende Jahr. Dann müssten wir eigentlich zur Feier des 10-jährigen Segeljubiläums in den Kykladen wieder einen Oneway-Törn wie im Jahr 2000 von Lavrion nach Kos machen. Hört sich schon mal toll an!

Abb.: Strenge Disziplin und Konzentration kamen auch dieses Jahr wieder zu kurz ...

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