Griechenland (Kykladen) - von Paros bis Paros

Paros, Ios, Sifnos, Paros   (21.05. - 30.05.2004)

Den Kykladentörn 2004 vom 21.05. – 30.05.2004 werden wir als in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Törn in Erinnerung behalten. Es war für die Jahreszeit mit rd. 22 ° C Luft- und 19 ° C Wassertemperatur nicht nur außergewöhnlich kühl, sondern für den Monat Mai auch besonders stürmisch. So konnten wir, wenn wir denn in See stachen , immer mit Windstärken um 7 Bft. rechnen, dazu noch mit kräftige Boen und Wellen von bis zu 3 m Höhe. Für unseren jungen Praktikanten im ersten Ausbildungsjahr war das im Grunde schon ein wenig zuviel.

Aber von Anfang an. Erstmalig sind wir im Jahre 2004 mit einem sogenannten ‚Billigflieger‘ (Germanwings ) direkt von Köln nach Athen geflogen. Germanwings fliegt in der Sommersaison allerdings immer nur freitags und sonntags. Die Flugkosten waren mit 89,-- Euro für den Hin- und 119,-- Euro für den Rückflug wirklich moderat. Wenn wir uns etwas eher für diese Flüge hätten entscheiden können, wären wir sogar nur für jeweils 69,-- Euro pro Flug dabei gewesen.

Nach einem Kurzaufenthalt bei einem Segelfreund in Iserlohn, wo wir gut aufgenommen und fürstlich bewirtet wurden, machen wir uns nachts um 5.00 h auf zum Flughafen Köln-Bonn. Im Grunde verläuft das Einchecken in Köln völlig problemlos, es sei denn -wie in unserem Fall-, man nimmt Automatik-Schwimmwesten mit. Da bei Germanwings nahezu alle Flieger in den frühen Morgenstunden starten, ist es am Gate reichlich voll und wir stehen in einer langen Schlange. Kurz bevor wir an die Reihe kommen unser Handgepäck durchleuchten zu lassen, wird unsere Segelfreund dringend an den Gepäckschalter zurückgebeten. Dort muss er nach längerer Diskussion seine Schwimmweste abgeben und sich wirklich sehr beeilen, um den Flieger noch zu erwischen. Das klappt dann aber glücklicherweise. Der Flug selbst verläuft angenehm ruhig und das angebotene Bordfrühstück zum Preis von 5,-- Euro war völlig in Ordnung.

Abb: Die “Selas”, eine Atlantic 44, im Heimathafen Naoussa (Paros)

Am nächsten morgen frühstücken wir mangels eigener Vorräte an der Hafenpromenade von Naoussa. Es gibt Eier und Schinken bzw. ein wuchtiges Omelett. Dazu Cappucino oder Greek Coffee. Lecker! Anschließend bringt uns Yannis zu einem Supermarkt am Ortseingang von Naoussa, wo wir zu fairen Preisen einkaufen. Ab mittags ist das Schiff komplett ausgestattet und wir können Naoussa Richtung Süden verlassen. Der Wind ist die bislang einzige Konstante auf diesem Törn. Er bläst uns -wie jedes Jahr- entgegen! Dieses mal mit rund 5-6 Bft. So erreichen wir am späten Nachmittag den kleinen Ort Piso Livardi an der Ostküste von Paros, wo wir eigentlich nur einen Happen essen und übernachten wollen. Morgen soll es weiter nach Süden gehen, nach Ios und vor dort aus nach Santorini. So kehren wir in ein kleines Restaurant ein, wo wir unterschiedliche Mahlzeiten bestellen. Neben dem Altbekannten bestellt ein Segelfreund Kaninchen-Stifado. Das allerdings sollte noch ein dramatisches Nachspiel haben. Streicheltiere isst man eben nicht!!

Noch aber ist alles ruhig an Bord, noch wird gescherzt und nach mäßigem Genuss von Amstel und Cuba Libre geht es dann in die Kojen. Um 06:00 h morgens hört man dann die ersten Schritte an Bord. Ein Crewmitglied –wenn er das liest, freut er sich, nicht Praktikant genannt zu werden- kocht den ersten Kaffee und schon bald danach (etwa gegen 08:00 h) ist auch der Rest der Crew auf den Beinen. Nach einem anständigen Frühstück wird das Schiff klar gemacht und gegen 09:30 h legen wir mit Ziel Ios Hafen ab. Der Wind weht immer noch aus südlicher Richtung und wir müssen mit eigentlich ungeeignetem Rollgroß gegenan kreuzen. Unser Praktikant im ersten Ausbildungsjahr nimmt die Gelegenheit wahr, vorbeischwimmende Fische mit wesentlichen Anteilen des Kaninchen-Stifados vom letzten Abend zu versorgen.

Gegen 11:30 h Ortszeit landen wir in Athen und buchen noch in der Ankunftshalle des Flughafens eine Fährpassage mit dem Schnellkatamaran „Highspeed2“ von Piräus nach Paros für 35,-- Euro (Für den Preis könnte man allerdings beinahe auch fliegen!). Die bequemen Sitze der „Highspeed2“ laden zum Schlafen ein und wir nehmen diese Einladung dankbar an.

Unser Boot, eine Atlantic 44 mit Namen „SELAS“ , haben wir erstmalig in Naoussa auf Paros beim „Naoussa Paros Sailing Center“ (Inh. Yannis Tsopanis und Sabine Imhofer) gechartert. Sehr nette Leute. Sie lassen uns bereits am Freitag an Bord gehen und ersparen uns eine Übernachtung in einer Pension. Die Übergabe erfolgt schneller als bei unserem bisherigen Vercharterer, fehlende Dinge werden von Yannis kurzfrisitig organisiert. Inzwischen ist es Abend geworden uns wir suchen uns ein gemütliches Lokal in Naoussa. Wir landen im „Takis“. Das nette griechische Ehepaar hat einige Jahre in Bad Oeynhausen bzw. Löhne gearbeitet und wir werden wie alte Freunde aus der alten Heimat behandelt. Dennoch werden wir -einige Amstel später- aber müde und fallen nach einem letzten ‘Absacker’ bald in die Kojen.

Abb.: Na, jetzt geht’s ja wieder!

Am nächsten Tag sieht es wieder viel besser aus. Wir beschließen dennoch, den ganzen Tag auf Ios zu bleiben, um unseren Freund noch einen Tag zu schonen. Der Wetterbericht weist nämlich Windstärken von 7 Bft. (in Boen bis 11!!) aus. So mieten wir lieber einige Motorroller und erkunden die eigentlich recht schöne Insel, wobei die „Strassen“ eine echte Zumutung sind. Viele sogenannte „Strassen“ sind nichts anderes als Schotterpisten! Eine dieser Schotterpisten soll uns zur Grabstätte von Homer, dem antiken griechischen Dichter (“Odyssee”) führen. Die fürchterliche staubige Piste endet nach etlichen Kilometern an einer perfekt gestalteten Wendemöglichkeit für Busse etc. Abends gehen wir am Hafen in die „Taverna Suzanna“. Das Essen ist wirklich spitze und den servierten Rotwein kann man prima trinken.

Inzwischen hat jeder von uns einen Aliasnamen, es gab nur noch die Doktores „Doc Holiday“, der Ultimative, „Dr. Schiwago“, der Arzt, der die Frauen versteht, „Dr. Klitchko“, eigentlich der fürs ‚Grobe‘ und „Doctor Bob“, wenn keiner der anderen mehr weiterkommt. Während wir gerade scherzen, kommt die Inhaberin und bittet ‚Doctor Bob‘ an den Nebentisch zu einer Freundin, die von einem unbekannten Insekt gebissen wurde. Unisono heißt es „Da kannst du doch nicht hingehen!!“. „Doch!“. Gesagt getan. Nach kurzer Diagnose werden Fieberzäpfchen verschrieben und mit dem gut gemeinten Rat „Damit müssen sie aber zu einem Facharzt. Der soll sich das mal ansehen!“ lässt Doctor Bob eine zufriedene Patientin zurück. (nur der Vollständigkeit halber: das ‚Missverständnis‘ wurde natürlich aufgeklärt!).

Gegen 15:00 h machen wir dann im Hafen von Ios fest. Im Gegensatz zu den vielen Versuchen im vorletzten Jahr, als der Anker partout nicht fassen wollte, klappt das Anlegemanöver dieses mal auf Anhieb. Die Gangway ist kaum herabgelassen, da verlässt unser neuer Praktikant das Schiff, um sich sofort auf einer kleinen Parkbank auf der Pier niederzulegen und sofort –wirklich sofort!- einschläft. Es dauert nur Minuten, da gesellt sich ein streunender Hund zu ihm, so dass er wie ein Landstreicher wirkt, der eine kurze Rast einlegt. Ein Ohr streckt sich dabei der Sonne entgegen. Wir bemerken zu spät, dass es sich so einen Sonnenbrand zuzieht. Schließlich können wir ihn überreden, in seiner Koje weiter zu schlafen.

Gegen 19:00 h bekommen die anderen Hunger und wollen mit dem Bus in die Chora auf Ios fahren. Unser Praktikant, der zu diesem Zeitpunkt immer noch alle Rekorde bricht, möchte weiterschlafen, was auch akzeptiert wird. Als wir gegen 22.00 h auf das Boot zurückkommen, hat sich die Situation noch immer nicht verbessert, so dass ein Arzt, Dr. Kiriakoulis, gerufen wird. Nach kurzer Untersuchung („Is his ear always so red?“) verabreicht er eine Spritze und gibt uns auf, dafür zu sorgen, dass dem Kollegen bis mindestens 03:00 h nachts teelöffelweise Wasser eingetrichtert wird. Danach esslöffelweise usw. Glücklicherweise bekommen wir den armen Kerl wieder auf die Beine.

Abb.: Homer’s Grab im Norden von Ios

Anschließend kehren wir am Hafen in eine kleine Taverne namens “Cafe Cyclades” –mit außergewöhnlich guter Musik- ein, wo man sogar eine gasbetriebene Heizlampe aufgestellt hat, um die Gäste nicht allzu sehr frieren zu lassen. Dort wollen wir noch den einen oder anderen Cocktail nehmen. Als sich aber herausstellt, dass man dort von Cocktails keine Ahnung hat (Caipirina mit Zitronen!?), wählen wir doch lieber wieder einen Rotwein. Das klappt. Da wir am nächsten morgen weiterwollen, ziehen wir uns bald danach in unsere Kojen zurück.

Am nächsten Morgen hat der Wind nicht merklich nachgelassen. Er hat lediglich auf nördliche Richtung gedreht und wir müssen nun (natürlich!) wieder gegenan. Ein griechischen Skipper, der am Vortag ein überaus cooles aber auch gekonntes Anlegemanöver gefahren ist, gibt uns den Tipp, eine schöne Ankerbucht im Süden der Insel Koufonissi anzulaufen. Die dort verankerten Bojen sind angeblich Allgemeingut und können auch von Segelyachten benutzt werden. Da man so auch bei starkem Wind sicher liegt, beschließen wir, die Insel Koufonissi anzusteuern. Unsere ‚Selas‘ wird seefest gemacht, Rettungswesten und Lifebelts werden zurechtgelegt und dann geht es endlich wieder weiter.

Abb.: ‘beheizte’ Musikkneipe auf Ios Ende Mai 2004!

Allerdings merken wir schon bald, dass die Insel Koufonissi bei dem vorherrschenden Wind mit unserem Schiff nicht anzusteuern ist. Wegen des obligatorischen Rollgroß können wir nicht genug Höhe laufen. Wir ändern daraufhin unseren Plan und wollen die Insel Sifnos ansteuern. Die Fahrt selbst verläuft nicht übermäßig vergnüglich, denn auch auf diesem Kurs laufen wir hoch am Wind, der uns mit rd. 7 Bft. entgegenbläst. Die Wellen erreichen 2-3 m Höhe. Südlich Sifnos bläst uns der Wind sogar frontal entgegen, so dass wir die Segel bergen und zunächst unter Motor weiterfahren. Am Nachmittag erreichen wir die wunderschöne Ankerbucht Ormos Phykiada, die tief eingeschnitten und gut gegen nördliche Winde geschützt ist. Wir ankern auf 5 m Wassertiefen und nehmen ein unglaublich erfrischendes Bad im 19 ° C ‚warmen‘ Meer. Nach einer neuen Nudelvariante ‚Nudeln mit Thunfischsauce‘ wird das Beiboot klar gemacht und die Gegend erkundet. Die scheinbar grünen Sträucher der umliegenden Hügel stellen sich als sehr stachelig und widerborstig heraus. Wir bezahlen unseren Entdeckungsdrang mit etlichen Kratzern.

Abb.: Ungemütliche Überfahrt von Ios nach Sifnos

In der Nacht dreht der Wind mehrfach und die gelegentlichen Fallböen sorgen u.a. dafür, dass das eine oder andere zum Trocknen aufgehängte Kleidungsstück oder Handtuch auf nimmerwiedersehen verschwindet. Schade drum! Nach dem Frühstück wird das Schiff wieder seeklar gemacht und wir wollen versuchen, Livadi im Süden von Serifos anzulaufen. Von dort sollte der Schlag zurück nach Naoussa auf Paros eigentlich nicht mehr so schwierig sein. Wie so oft kommt es aber auch dieses mal anders als geplant. Auf dem Kurs Richtung Livadi bläst uns der Wind wieder kräftig mit > 7 Bft. entgegen und auch die Wellen haben sich gegenüber dem Vortag weiter aufgeschaukelt. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es bei dieser Konstellation kaum möglich sein wird, unser geplantes Ziel zu erreichen. Da laut Wetterbericht aber mit einer baldigen Wetterberuhigung (nur noch 6 Bft.) gerechnet wird, wollen wir zunächst Kamares auf Sifnos anlaufen und dort einen Tag verbringen.

Abb.: Viel Wind auf dem Weg von Ios nach Sifnos

Als wir langsam in die Bucht von Kamares eindrehen, werden wir von den jetzt diagonal laufenden Wellen noch einmal besonders kräftig durchgeschüttelt. Ein Crewmitglied erhält zudem noch einen kurzen Schlag vom Großbaum an den Kopf, verletzt sich hierbei aber glücklicherweise nicht ernsthaft. Weiter innerhalb der Bucht von Kamares finden wir dann ruhiges Wasser vor und machen kurze Zeit später an der Mole vor Buganker fest. Neben uns an der Kaimauer liegt eine Dufour 37, die mit 8 (oder waren es sogar 10?) französischen Rentnern gut belegt ist. Sie wollen ihr Boot verlegen und bitten uns um Mithilfe. Na klar helfen wir! Kurze Zeit später liegt auch das Boot der Franzosen einigermaßen gerade und wir gönnen uns ein weiteres Anlegebier.

Der kleine Ort Kamares macht auf uns einen sehr gemütlichen Eindruck und liegt in einer Bucht, die von hohen Bergen (ca. 300 – 450 m) umgeben ist. Dies reizt einen Segelfreund, einen dieser Berge zu besteigen und von dort einige Fotos zu machen. Das Ergebnis ist den Aufwand wert, wie man sieht ...

An Bord machen wir uns inzwischen Gedanken über die Rückreise, die in zwei Tagen ansteht. Wir denken darüber nach, ob wir nicht vielleicht doch mit dem Flugzeug von Paros nach Athen fliegen sollten. Denn dann hätten wir noch eine zusätzlich Übernachtung auf Paros, der ‚Perle der Kykladen‘. Das kleine Fährbüro in Kamares sieht sich jedoch außerstande, uns entsprechende Flüge zu buchen. Man verweist uns auf zentrale Büro in der Chora von Sifnos. Dorthin kommt man mit dem Bus, die Fahrtzeit beträgt etwa 20 Minuten. Wie zu erwarten war, ist der Ort ebenfalls ziemlich idyllisch, viele Touristen trifft man hier indes nicht. Wie nicht zu erwarten war, kann man auch von diesem Tourismusbüro keinen Flug buchen. Ein wenig frustriert fahren wir nach Kamares zurück.

Abb.: wunderschöner Blick auf Kamares (Insel Sifnos)

Die Enttäuschung steigert sich noch, als wir uns in Kamares für das falsche Restaurant entscheiden und das bislang schlechteste Essen während all unserer Kykladentörns bekommen. Ein Festessen für die streunenden Katzen! Wie ziehen uns aufs Schiff zurück und verbringen den restlichen Abend dort. Morgen steht uns der etwas längere Schlag nach Naoussa auf Paros bevor. Der Wetterbericht kündigt nördliche Winde von 6-7 Bft. an.

Am nächsten Morgen stehen wir bereits kurz nach 6:00 h auf, frühstücken und machen dann unser Boot wieder seeklar. Eine Schweizer Crew legt sogar noch vor uns ab und verspricht, die Windverhältnisse und Wellenhöhen per Seefunk zu übermitteln. Die Meldung kommt auch. Sie lautet: „Wind 6 Bft., Wellenhöhe etwa 1 m“. Jetzt aber los! Wir verlassen den Hafen und nehmen unter Motor Kurs auf die Nordspitze von Sifnos. Von dort segeln wir bei Wellenhöhen von rd. 2 m und Wind von 6-7 Bft. Richtung Paros. Der Schlingerkurs ist wirklich unangenehm und unser Praktikant im ersten Ausbildungsjahr (i1A.) lässt nichts unversucht, die Ernährungssituation der lokalen Tierwelt weiter zu verbessern.”Mehr war wirklich nicht drin” lautet anschließend die allseits übereinstimmende Feststellung.

Nach etwa 5 Stunden haben wir Paros querab. Je weiter wir Richtung Naoussa kommen, umso heftiger wird die See. Die Wellen kommen inzwischen aus mehreren Richtungen und erreichen in der Spitze deutlich über 2 m. Die Crewmitglieder, die hierzu die Möglichkeit haben ziehen sich sofort unter die Sprayhood zurück, sobald wieder Gischt über das Boot weht. Dieses Glück hat unser Praktikant i1A leider nicht. Auch auf der Leeseite bleibt er nicht ganz trocken! Noch schlimmer erwischt es aber den Rudergänger, der die letzte Stunde klatschnass am Ruder ausharren muss. Als wir dann endlich unseren Ausgangshafen Naoussa auf Paros wieder erreichen, freuen sich alle schon auf den Luxus in Form einer heißen Dusche.

Während ein Crewmitglied einen Termin mit unserer Bekannten in Naoussa beredet, wiederholen die anderen Crewmitglieder das Anlegemanöver. Dabei wird das Boot ein paar Meter verlegt, um die beste Stelle an der Kaimauer in Naoussa zu belegen. Außerdem lag das Boot zuvor einfach nicht perfekt genug. Jetzt aber stimmt alles und wir bereiten uns auf einen schönen Abend vor. Die an Bord gebliebenen Crewmitglieder haben in der Zwischenzeit Hunger bekommen und die restlichen Nudeln zubereitet. Es wird herzhaft zugelangt. Gegen 20:00 h erscheint Karin und wir beschließen, wieder ins „Takis“ zu gehen. Dort erkannt man uns wieder und bewirtet uns wieder einmal vortrefflich. Nach einer kleinen Vorspeise haben wir eigentlich schon genug gegessen. Aus Höflichkeit wird dann aber noch ein Hauptgericht bestellt und tapfer aufgegessen. Unser Praktikant i1A. hat Probleme damit, die griechische Musik richtig toll zu finden und äußert Bedenken („ können die hier nicht mal was anderes spielen als die immer diese griechischen TOP-40??“). Ein sehr unterhaltsamer Abend.

Am nächsten Morgen frühstücken wir wieder an der Promenade von Naoussa mit Spiegeleiern und Schinken sowie Greek Coffee bzw. Cappucino bis zum Abwinken. Während wir frühstücken trifft Vercharterer Yannis ein und kümmert sich selbst um das Betanken des Schiffes für die nächste Crew. Wirklich sehr nett. Wir unterhalten uns noch eine Weile mit ihm, wobei er uns erzählt, dass die Gemeinde Naoussa beabsichtigt, eine neue Marina zu bauen. Wann diese dann fertiggestellt wird, muss man aber wohl in Ruhe abwarten (sh. Bauplanung Olympiade 2004!).

Nachdem die „SELAS“ komplett mit Diesel als auch Frischwasser betankt ist, nehmen wir uns noch einmal einen Motorroller und fahren noch ein wenig herum. Der Skipper hat ein marodes Gerät erwischt und bleibt schon nach wenigen Kilometern liegen. Kurze Zeit später wird der Roller ausgetauscht und wir fahren weiter nach Lefkes. Von dort aus machen wir noch eine Stippvisite in Parikia, wo für für unsere Kinder noch ein paar Olympia T-shirts einkaufen. Anschließend kehren wir nach Naoussa zurück. Dort buchen wir nach kurzer Besprechung die Fährtickets von Parikia nach Piräus mit der „Express Santorini“. Wir nehmen damit das letzte Schiff (Abfahrt 23:05 h, Ankunft Piräus 05:00 h) und entscheiden uns für 1st-Class-Tickets. Diese sind nur unwesentlich teurer als die Touristenklasse, sollen uns aber, so der Plan, einen komfortablen und ruhigen Platz bescheren. Wir wollen nämlich die Nacht über vernünftig schlafen. Außerdem haben wir dann noch einen zusätzlichen Abend in Parikia auf Paros, der ‚Perle der Kykladen‘ oder wie es inzwischen an Bord heißt auf „Patmos, der ‚Perle der Zyklopen‘“.

Abb.: Abschied von Paros

Abb.: Gut geschlafen?

Während wir also unsere Sachen packen und uns reisefertig machen, füllt sich Naoussa zusehends. Es ist Pfingsten und viele Griechen nutzen die freien Tage für ein verlängertes Wochenende. Gegen 17:30 h nehmen wir ein Taxi, was uns nach Parikia zum Fährterminal bringt. Gegen ein geringes Entgelt geben wir dort unsere Reisetaschen auf und können uns jetzt auf den Abend konzentrieren. Zunächst gehen wir zu unserem Lieblingsrestaurant “Christo’s” direkt am Meer schräg unterhalb der fränkischen Kapelle. Das Essen ist wie immer äußerst lecker. Bei Christo hann man immer noch in die Töpfe schauen und sich seine Mahlzeit so zusammenstellen. Dazu gibt’s einen guten Landwein. Wir genießen das Ambiente und erst einige Karaffen Rotwein später zahlen wir und schlendern noch ein letztes mal durch Parikia. Schnief! Dann wird es aber Zeit, zum Fähranleger zu kommen, denn inzwischen ist schon kurz vor 23:00 h. Wir holen unser Gepäck ab und warten auf die Fähre. Die „Express Santorini“ kommt pünktlich und wir nehmen schweren herzens Abschied von Paros.

Die wenigen Euro Aufpreis für die 1. Klasse machen sich schon bald bezahlt. Wir teilen uns mit nur sehr wenigen weiteren Gästen die VIP-Lounge und können uns auf langen Sofas bequem ausstrecken. Bald schon schläft die ganze Mannschaft tief und fest. Erst gegen 04:45 h werden wir von einem Crewmitglied geweckt. Er macht uns auf die pieksauberen 1st-Class-Toilettenräume aufmerksam. Wir machen uns in Ruhe frisch und gehen bald danach in Piräus von Bord. Der Bus Linie 96 bringt uns durch beinahe leere Strassen innerhalb einer knappen Stunde zum Athener Flughafen. Unser Abflugtermin mit Germanwings ist 11:20 h, also bleibt noch reichlich Zeit für ein nettes Frühstück und das eine oder andere Kartenspiel. Dennoch vergeht die Zeit nur schleppend und wir sind froh, als wir endlich einchecken können. Gegen 13:40 h Ortszeit landen wir dann wieder in Köln, holen den Wagen ab und machen uns wieder auf den Heimweg. Gegen 17:00 h sind alle wohlbehalten wieder zuhause.

Ob wir auch nächstes Jahr in die Kykladen zurückkehren werden, hängt leider von verschiedenen noch nicht ganz planbaren Umständen ab. Erst im Oktober werden wir hier etwas klarer sehen können. Wenn es aber klappen sollte, wollen wir etwas später im Jahr fahren. Dann wird es hoffentlich etwas wärmer sein und die Orte hoffentlich etwas belebter. 

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